"Sie dürfen von mir aus gern glauben, woran Sie wollen. Das Problem fängt dort an, wo die Gebote einer Glaubensgemeinschaft der sie umgebenden Gesellschaft aufoktroyiert werden sollen" (Kommentar zum Artikel)
Kommentare dieser Art lese ich oft in der letzten Zeit (in verschiedenem Kontext. Sei es dieser unsägliche bpb-Artikel, samt der viel unsäglicheren Reaktionen, oder anderswo). Klingt auch gut, soweit. Soll halt jeder machen, wie er es für richtig hält. Außer, es wird (meist im Nachhinein) für falsch erachtet. Zum Beispiel der (freundlich ausgedrückt) viel zu leise Protest der Kirchen in Deutschland gegen Hitler in den 1930ern und '40ern. Man habe ja Gebote, warum hat man nicht entsprechend reagiert?
Also, wenn der nächste Hitler vorbeikommt, halte ich mich dann wohl besser an Ratschläge wie den oben - und behalte "meine" Gebote für mich? Falls nein: Wo genau ist die Grenze zu ziehen, zwischen der freien Lebensgestaltung, die ich gefälligst in Ruhe zu lassen habe (beliebige Debatte bitte hier einfügen) und dem Verbrechen, dass es zu bekämpfen gilt (etwa Diktatur mit Krieg und Genozid)?
Bei derart schwerwiegenden Fragen nur noch eins zum Abschluss: Frohes Christfest!