... oder wenigstens in der politischen Berichterstattung.
In der letzten Zeit lese ich immer häufiger, dass es ein Widerspruch wäre, wenn die SPD bei bestimmten Wahlen die Stimmen der "Linke" einkalkuliert, aber eine Koalition ablehnt. Als Beispiel ein aktueller Artikel der Netzeitung:
Kurt Beck müsste erklären, warum er denn die
eigene Kandidatin für das höchste Amt im Staate auch mit Links-Stimmen
wählen lassen will, aber die Partei vier Monate später zur
Bundestagswahl als Koalitionspartner ablehnt.
Es gibt also anscheinend - in der Welt der Politik - nur zwei Zustände: der eine, bei dem die Linke nur noch der "linke Flügel" der SPD ist; der andere, in dem die SPD sich so weit es nur geht von der Linken distanziert.
Dass es möglich ist, dass die SPD bei einzelnen Fragen (etwa "Köhler oder Schwan", "Koch oder Ypsilanti", etc) mit der Linken kooperiert, und sich auf deren Stimmenanteil verlässt (und dafür gegebenenfalls auch klar definierte Zugeständnisse in Kauf nimmt, bei bestimmten Positionen Zurückhaltung zu üben, etwa bei der Abstimmung über den Europa-Vertrag), aber "im Großen und Ganzen" keine ausreichende Überschneidung bei "wichtigen" Fragen sieht, so dass eine Koalition problematisch wäre, scheint in so manchen politischen Dickschädel nicht reinzugehen.
Natürlich lässt sich dieselbe Frage auch mit jeder anderen Konstellation zweier Parteien stellen, beim CDU/FDP-Gespann kommen dann auch spannende Fragen und mögliche Antworten heraus - nicht zu vergessen, wie unterscheidbar das Profil von Parteien noch ist, die sich auf quasi-Augenhöhe in einer Koalition treffen. (Nachtrag: die TAZ berichtet über die Überlegungen der Grünen Jugend zur Grüne/CDU-Kombination)