Ich frage mich immer mehr, ob Paranoia eine zwingende Vorerkrankung für Innenminister oder eine zwingende Berufserkrankung ist - es scheint zwingend zusammenzugehören, die einzige Frage ist die der Reihenfolge.
Nach Schily mit seinem Otto-Katalog und Schäuble mit seiner allgegenwärtigen Terrorismusfurcht ist nun de Maizière an der Reihe. In einem lichten Moment, in dem er anscheinend feststellt, das Privatisierung fast immer eine Scheissidee ist, zieht er nicht etwa den Schluss, dass Post, Bahn und Energienetze wieder verstaatlicht werden sollten, um dem Terrorismus der Kapitalmärkte zu entgehen (den Griechenland momentan ertragen darf).
Er schlägt lieber vor, die Aufgaben, die DeNIC seit Jahren gut erfüllt, zu verstaatlichen. Um Streitigkeiten um Domainnamen (Bezieht sich www.hm.de auf den Laut, der Überlegungen zugeordnet wird, oder auf einen Klamottenladen?) zu vermeiden, soll also eine Behörde irgendwie dafür sorgen, dass bei Zuteilung einer Domain die notwendigen Rechte gesichert sind.
Und weil die Behörde dann ja per Definition gründlich arbeitet, braucht es auch keinen Rechtsweg mehr. Und sowas ist Verfassungsminister?!?