Bankenabgabe

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Mar 30: Bankenabgabe

Es ist Finanzkrise, und unserer Regierung fällt nichts besseres ein, als eine Neuauflage des Einlagensicherungsfonds zu befehlen, um zukünftige Krisen abfedern zu können. Letztenendes ist das nichts anderes, als eine Haftpflichtversicherung für die Zocker bei den Banken.

Um mit Pispers zu sprechen: "Der Deutsche ist mit dem Konzept einer Haftpflichtversicherung intellektuell vollkommen überfordert. Das ganze Leben einzahlen und nie etwas herausbekommen? Da muss der Deutsche dann alle paar Jahre sein eigenes Sofa aufschlitzen."

Das trifft leider nicht nur auf "den Deutschen" zu, auch für Banker (egal welcher Nationalität) dürfte diese Versicherung kein Anreiz darstellen, in Zukunft bei sauberen Geschäften zu bleiben - mit sauberen Geschäften erwirtschaftet man keine 25% im Jahr, oder wieviel die Vorgaben bei Deutsche Bank momentan so sind, mit sauberen Geschäften bleibt man auf dem Niveau einer Genossenschaftsbank. Wie lange man sich mit solchen Renditen in einem privaten Bankhaus halten kann?

Wichtiger wäre die persönliche Haftung derer, die die Vorgaben herausgeben: Wer 25% fordert und riskante Geschäfte erlaubt, darf sich nicht hinter einer Versicherung verstecken dürfen. Ob es nun eine "Bankenabgabe" oder eine private Versicherung ist. Nur das Risiko des privaten Ruins wird solche Leute davon abbringen, volkswirtschaftlichen Schaden zugunsten des eigenen Vermögens zu verursachen, bzw. verursachen zu lassen.

Eine Haftpflicht steht für offensichtlich mutwillig verursachte Schäden schließlich auch nicht ein.

Update: Ein Paradebeispiel für das Selbstverständnis im Management von Banken findet sich in der taz:

Hintergrund waren dem Magazinbericht zufolge zähe Verhandlungen zwischen Wieandt und Soffin über die Unterzeichnung eines Rahmenvertrages. Der Fonds wolle unter anderem Informationspflichten in kurzen Intervallen durchsetzen. Bei Verstößen gegen die Regelungen fordere der Soffin Strafen in Millionenhöhe, die die Bank auf die Vorstände abwälzen könne. Besonders solche Haftungsklauseln habe Wieandt vehement bekämpft, schrieb das Magazin.

Haftung ist also okay, solange die Bank das bezahlen darf. Aber als Manager ("Leistungsträger in verantwortungsvoller Position") Verantwortung übernehmen geht wohl nicht.

Posted by Patrick Georgi in Politik Comments: (0) Trackbacks: (0)

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