Nov 18: Vorschlag an die Heulsusen in der Medienindustrie
Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Medienindustrie den Hals nicht voll bekommt. Da wird mit viel Aufwand Lobbyarbeit betrieben, um die eigenen Vorstellungen umzusetzen und kaum sind sie in Kraft, geht das Gejammer wieder los und die nächste Runde beginnt. Ich habe sonst selten so einen (leider effektiven) Haufen professioneller Heulsusen erlebt.
Was treiben die eigentlich?
Salamitaktik
Leider ist eine derartige Salamitaktik (immer eine weitere Scheibe abschneiden, bis die Salami irgendwann nicht mehr ist) in unserem politischen Umfeld, das ja stets auf Konsenz aus ist, sehr erfolgreich und gleichzeitig sehr schädlich.
Ein Beispiel
(man möge mir bitte die mathematisch angehauchte Erklärung verzeihen)
Zwei Gruppen streiten über die optimale Zahl zwischen 0 und 1. Die Situation kann als Intervall [0, 1] beschrieben werden, der das Feld absteckt und in dem sich die Einigung (hoffentlich) finden wird (Wenn es nicht gerade um eine Mehrwertsteuererhöhung geht).
Mit viel Diskussion kommt man zur Einigung (1 hat dann doch zähneknirschend nachgegeben), 0,3.
Zwei Wochen darauf wird die nächste Runde eröffnet. 0,3 war wohl doch nicht so gut. Leider sind die Nullen in der Politik, weswegen nicht wieder [0, 1] verhandelt wird, sondern [0,3, 1].
Kompromiss diesmal: 0,5.
Einige Runden später geht es dann nur noch um die Anzahl der Neunen hinter dem Komma [0,999, 1].
Solange immer nur der Status Quo und die Wunschvorstellung einer Seite in Betracht gezogen werden, wird die Wunschvorstellung auf Dauer Realität...
Und das findet gerade im Bereich Urheberrechte statt (und auch in vielen anderen Bereichen, die ich hier aber nicht thematisieren werde)
Mein Vorschlag: Reboot
Der Anreiz
Es wird eine Frist gesetzt, sagen wir, der 1.1.2011. Zu diesem Zeitpunkt wird, wenn keine Einigung für eine grundlegende Überarbeitung der Urheberrechtslage vorliegt, das Urheberrecht auf Minimalpositionen zurückgedreht:
- Schutzdauer "Leben + 70 Jahre"
- Urheberrecht ist eine reine zivilrechtliche Angelegenheit
- Minimalanforderungen für die Vorschriften aus EU, WIPO &c vom Stand 15.11.2009, um mal ein Datum zu nennen, umsetzen (Für ein paar heulende Hupfdohlen aus der EU aussteigen wäre doch etwas sehr starker Tobak)
Das Ziel
Die endgültige Diskussion um Urheberrechtsschutz für aktuelle Technologie: Eine Einigung ist auf Dauer angelegt und gültig für alle derzeit existierenden Verbreitungswege. Für Neuverhandlungen wäre eine Verfassungswidrigkeit oder ähnlich wichtiger Grund notwendig.
Weitere Verhandlungen gibt es nur für neue, bisher nicht vorhandene Weiterentwicklungen in Medien und Verbreitungswegen, was hier nicht reinkommt, bleibt draußen.
Die Medienindustrie hat dadurch einen Anreiz, ihre Maximalpositionen offenzulegen. Gibt es keine Verhandlungen, oder dauern diese zu lange, treten ab 1.1.2011 die oben genannten Minimalregeln in Kraft.
Die Verhandlungspositionen
Die öffentliche Verhandlungsposition wird möglichst minimal gefasst: Urheberrecht als Persönlichkeitsrecht weiterhin "Leben + 70 Jahre", Verwertungsrecht davon entkoppelt wesentlich kürzer. Die GEMA steht ebenso zur Disposition wie Abgaben auf Vervielfältigungsgeräte.
Der Verhandlungsmodus
Nachdem die Medienindustrie ihre Forderungen vollständig vorgelegt hat, wird Bestandsaufnahme gemacht. Es werden üblicherweise Rechte eingefordert. Diesen werden, gemäß den Grundsätzen, dass Eigentum verpflichtet und dass Gesetze ein Ausgleich von Rechten und Pflichten sind, Pflichten zugeordnet.
Wenn die Medienindustrie beispielsweise einen umfassenden Auskunftsanspruch gegenüber Kommunikationsdienstleistern fordert, wäre eine mögliche Forderung, dass sie diesen vollständig zu finanzieren hat.
Eine Erlaubnis, Kopien mit DRM zu versehen, schließt diese gleichzeitig und umfassend von möglichen Abgabensystemen (GEMA, Pauschalen auf Medien) aus.
In den nächsten Runden können beide Seiten die Rechte und Pflichten gegeneinander abwägen, und gegebenenfalls Positionen (Kombinationen aus Recht und Pflicht!) fallenlassen.
Das Verhandlungsergebnis
Wenn eine Einigung erzielt wurde, ist diese bindend für alle bis dahin bekannten Verbreitungskanäle und dazugehörige Technologien. Keine Spielereien mit etlichen "Körben" voll Urheberrechtsnivellierunganpassungen.
Wer mit dem Ergebnis nicht leben kann, darf sich gerne einen anderen Beruf suchen - es gibt kein Grundrecht auf ein Auskommen als Künstler (oder Medienindustriefunktionär).
Wozu das alles?
Um die Verhandlungen wieder auf eine ernstzunehmende Basis zu stellen. Im Bild des obigen Beispiels beschrieben, wird dadurch der Verhandlungsrahmen wieder von [0,7, 1] auf [0, 1] zurückgedreht. Sollte sich gesamtgesellschaftlich herausstellen, dass man bei "0,2" besser läge, ist das nun wieder möglich.
Es wäre zwar auch möglich, im bislang üblichen Rahmen Forderungen aufzustellen, die eine Abkehr von bereits erreichtem (aber nicht unbedingt gutem) zu erlangen, aber das verlängert das ewige Tauziehen nur weiter.
Das Ziel des Vorschlags ist, eine definitive Lösung zu finden und damit Rechtssicherheit zu schaffen, weil klar ist, was geht und was nicht.
Da es nicht einmal möglich ist, einer Interessenvertretung einmal erlangtes wieder (durchaus im Austausch für etwas anderes - sprich: Interessenausgleich) zu entreißen, weil die entsprechenden Vertreter auf Regierungsseite entweder keinen Mumm dafür oder kein Interesse am Thema haben, ist auch dieser Vorschlag absolut utopisch. Aber er musste mal raus, das ging mir schon lange genug im Kopf herum.
Wobei sich auch die Frage stellt, was eine Partei ist, die sich von einer Interessenvertretung derart am Zaumzeug durch die Manege führen lässt. Klientelpartei klingt in meinen Ohren noch zu freundlich...
Nov 16: Schlechter Politischer Deal (SPD)
Der «Frankfurter Rundschau» sagte Nahles: «Die SPD-Führung darf die Partei nicht mehr vereinnahmen für Beschlüsse, die in einem kleinen Zirkel gefallen sind». Zusammen mit Gabriel wolle sie «im Dialog überzeugen».
(aus der Netzeitung)
Nahles und Gabriel ("SPD-Führung") wollen also "im Dialog überzeugen". Das klingt so, als wäre der einzige Unterschied zum bisherigen "vereinnahmen", dass man jetzt immerhin so lange zuhört, bis die Partei die eigene Meinung übernommen hat.
Ein schlechter Deal.
Aug 26: Wer lesen kann, ...
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Fefe verlinkt sogar die Quelle, merkt den Fehler aber auch nicht. Es geht um folgenden Ausschnitt aus einer Rede im Bundestag:
Aha! Dann haben sich die Grünen auf ihrer Überwachungspalme überlegt:
(Dr. Dieter Wiefelspütz [SPD]: Ich bin dafür, dass wir auch mal selber denken!)
Es wäre doch prima, sozusagen im vorauseilenden Gehorsam über dieses Thema im Plenum zu debattieren.
(Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wer ist der Gesetzgeber? Wir oder der BGH?)
Wen interessiert schon Gewaltenteilung?
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)
Unabhängig davon, ob diese Beschreibung der "grünen Denkweise" zutreffend ist oder nicht, oder ob die Aussage inhaltlich etwas taugt oder nicht, wird (politik-bash sei Dank) vor allem folgende, kürzere Version verbreitet:
Daniela Raab, CSU
Wen interessiert schon Gewaltenteilung?
Quelle: In der Sitzung des Deutschen Bundestages vom 13.12.2006, Link
Es stellt die Situation bloß nicht so ganz treffend dar, aber in den Kontext eingebettet verliert dieses knackige Zitat leider seinen Witz. wirres.net hats kapiert, politik-bash hats auch vervollständigt mittlerweile, andere noch(?) nicht.
Aug 15: Windows 7: Erste Erfahrungen
Seit gestern läuft Windows 7 (RC) auf meinem Notebook – statt XP mit OpenSolaris im Multiboot. Um meinen gelegentlichen Bedarf für eine Unix-artige Umgebung zu decken, ist Debian in einer Virtualbox installiert.
Windows Live Mail mag die coreboot Mailingliste, mit ihren OpenPGP-Mail-Schreibern immer noch nicht, aber Windows Live Writer scheint gut zu funktionieren – siehe diesen Eintrag.
Insgesamt macht das System einen sehr runden Eindruck. Wenn ich jetzt noch schaffe, eine coreboot Toolchain mit MinGW aufzubauen (SUA macht traditionell Probleme, Cygwin ist lahm, Virtualbox sollte nicht für die tägliche Arbeit notwendig sein), bleibe ich wohl bei dem System. Mal schauen, was die Lizenzen am Ende wirklich kosten.
Zum Hack des Tages: Der Nvidia-Treiber hat die unangenehme Eigenschaft, bei Aero den “Secure Desktop” vom UAC mit ~5 Sekunden Verzögerung darzustellen. Dazwischen ist das Bild schwarz und “hängt”. Das kann behoben werden, indem man die Skalierungsfunktion für das Display deaktiviert. Solange der Chipsatz selbst skaliert, ist diese Funktion eh überflüssig.
… und wenn ich mir den HTML Code so ansehe, den Live Writer hier generiert, bin ich sehr angenehm überrascht.
May 28: Glaube, Hoffnung, Rolls Royce?
I have pastored a church for five years and all we do is free giving. We are able to pay all of our bills and we even have a new facility. No begging, no pimping, just following the leading of the Lord. We encourage people to seek God’s leading concerning stewardship. As a pastor, you have to follow the new testment principle of free giving. If you don’t you are violating scripture. People who are truly converted usually need no prompting to give of their time, talent or treasure. For pastors it boils down to an issue of faith. If God is really doing something he sends the resources. It is our plans and our agendas that God doesn’t pay for. God always supplies the resources for his programs. By the way his plans rarely inolve Bentley’s and Rolls RoycesEin Kommentar zu diesem Artikel, dem ich nur zustimmen kann. Insbesondere, was die Autos angeht
May 27: Die unbezwingbaren Kinderpornoproxies
Vor einiger Zeit ist ein Artikel durchs Netz gegeistert, der unter anderem wohl auch auf Wikileaks rumliegt, der seitdem auch immer mal gerne als Quelle herangezogen wird (zB hier).
Das Proxysystem
Darin wird ein technisch sehr interessantes Konzept beschrieben, wie Verbreiter von Kinderpornographie sich heutzutage gegen Strafverfolgung absichern und insbesondere auch die weitere Verbreitung sicherstellen wollen. Da geht es darum, dass Server gemietet werden, auf denen Systeme auf verschlüsselten Festplatten laufen, die sich bei "Gefahr" abschalten (und dadurch den Schlüssel verlieren), auf denen die Daten gespeichert sind.
Andere Systeme dienen als Frontend und bieten die Webseite an, die die illegalen Bilder über verschlüsselte Verbindungen von den Servern mit den verschlüsselten Servern abholen - und wohl ebenfalls verschlüsselt sind und sich unter bestimmten Bedingungen abschießen.
Deswegen, so wird häufiger argumentiert, sei es sinnlos, diese Frontends von den ISPs abschalten zu lassen. Zum einen, weil die Daten ja dort nicht vorliegen, zum anderen, weil sich das Spielchen beliebig wiederholen ließe.
Die Mär der mangelnden Handhabe
Zwar liegen die Daten tatsächlich nicht beim ISP, der das Frontend hosted, aber sie werden von dort verbreitet. Der ISP hat also weiterhin eine Handhabe gegen den Betrieb des Servers dort (außerdem: welcher Verbreiter von Kinderpornographie wird den ISP verklagen, der ihm den Server abschaltet?).
Technische Überlegungen
Außerdem kann der ISP durchaus nachvollziehen, woher die Daten kommen: Inbound-Traffic messen, IPs bestimmen. Da hängt zwar gegebenenfalls noch ein Botnet dazwischen, aber das kann nicht beliebig tief geschachelt werden, wenn das System noch überhaupt eine Übertragungsgeschwindigkeit bieten soll. Ein geeigneter Honeypot im Botnet könnte da also durchaus weiterhelfen - ansonsten müssten sich da halt einige ISPs kurzschließen, um die Übertragungswege auch durch derartiges Onionrouting nachzuvollziehen, möglich ist das allemal - wenn auch mit großem Aufwand verbunden, den einem momentan wohl keine Strafverfolgungsbehörde entgilt.
Marodierende Kinderpornoserverbanden
Der andere Aspekt ist, dass die Betreiber der Seiten dann einfach ihr Frontend woanders wieder aufstellen. Das funktioniert sicherlich - alles, was dazu nötig ist, ist die Änderung eines Eintrags im DNS System. Allerdings ist das DNS System ebenfalls kontrollierbar. Wenn die Domain gleich mit ausgeknipst wird, haben die Konsumenten erstmal keine Anlaufstelle mehr - und müssen sich also einen neuen Hostnamen suchen, was zusammen mit dem Aufwand, den neuen Server aufzusetzen, DNS umzubiegen usw. (und das alles ohne echte persönliche Daten, sonst wäre die Strafverfolgung ja wirklich einfach) eine Unterbrechung des Betriebs darstellt. Passiert das häufig genug, gibt es doch eine reelle Chance, dass der Betrieb zu aufwendig ist und eingestellt wird.
Zu "verschlüsselten Servern"
Viele Angebote bei Hostern sind keine echten Maschinen, sondern in irgendeiner Weise virtualisierte Systeme. Zu den Eigenschaften dieser Systeme gehört auch, dass die virtuellen Systeme von außen beobachtbar sind - zum Beispiel, um Schlüssel auszulesen.
Sollten die Betreiber solcher Systeme wirklich nur auf dedizierten Geräten arbeiten, macht das die Sache schwerer - aber nicht unmöglich. Server haben oft zusätzliche Hardware für Management, die zu einigem in der Lage ist, dass sich von Betriebssystemseite nicht blockieren lässt. Eine Funktion zum Wegsichern des gesamten Arbeitsspeichers (inkl. der Schlüssel für das Dateisystem im Klartext) wäre sicherlich damit umsetzbar.
Falls nicht, gibt es ja immer noch den System Management Mode, der sich ebenfalls außerhalb der Kontrolle des Betriebssystems befindet - das ist zwar so noch nicht umgesetzt worden, aber bei entsprechendem Interesse kann mein Arbeitgeber sicher ein Angebot für solche Hintertüren erstellen.
May 13: Ist die Deutsche Kinderhilfe für die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet?
Wenn ich mir deren aktuelle Aktion so ansehe, könnte einem der Verdacht kommen...
Da man selbst nichts auf die Beine gestellt bekommt, hängt man sich an die Bundesregierung ran und fordert Dinge ein, die wahrscheinlich eh so kommen werden, so dass man sie in einem halben Jahr als Erfolg verbuchen kann.
Die deutsche Kinderhilfe will also Sperren. Fein.
Will sie denn, dass Kinderpornographie im Internet bekämpft wird? Offensichtlich nicht, sonst würde sie wirksame Maßnahmen einfordern, statt dem ersten populistischen Trend hinterherzuhecheln, der ihnen über den Weg läuft - aber das Problem nicht löst.
An die deutsche Kinderhilfe, falls sie sich hierher verirrt:
Es ist manchmal besser nichts zu tun, als "irgendetwas" zu tun. Noch besser ist es natürlich, etwas sinnvolles zu tun. Und wenn sie nicht weiterwissen, fragen sie jemanden, der sich damit auskennt. Bei internettechnischen Fragen sind weder das Familien-, noch das Wirtschaftsministerium geeignet:
Aus technischer Sicht entspricht das Niveau des aktuellen Vorschlags der Regierung - den die deutsche Kinderhilfe unterstützt - "Irgendjemand muß doch irgendetwas tun". Leider ist damit keinem Kind geholfen.Aber den Wahlkämpfer. Ist doch auch mal was.
May 10: Westerwelle, das Schicksal und der Straßengraben
Westerwelle bezeichnet die Bundestagswahl jetzt als Schicksalswahl. Am 27. September würden die Weichen für die nächsten zwölf Jahre gestellt, sagt er voraus. Dann entscheide sich, ob die «geistig politische Achse dieser Republik» endgültig aus der Mitte nach links verrutsche.
Aus dem Straßengraben betrachtet ist wohl alles "links".
Feb 6: mysql, blobs und shell
Für ein Projekt muss ich eine MySQL Datenbank von der Shell aus betanken. Ich könnte natürlich den Umweg über PHP gehen, aber ich hatte eigentlich vor, PHP ausschließlich für die Webseitenelemente des Projekts zu nutzen.
Das ist ja an sich auch kein Problem, da es ein CLI Werkzeug gibt. Einzig, dass ich unstrukturierte Daten "von außen" einbauen muss, bereitete mir etwas Kopfzerbrechen.
Die Lösung war dann aber doch einfach genug:
printf "x'"; od -An -tx1 -v $1 |tr -d ' \t\n'; printf "'"
Wobei $1 der Name der Datei ist, die abgelegt werden soll.
Jan 27: Freie strdupa Implementierung
Ohne Gewährleistung auf Funktionalität oder irgendwas, aber nachdem mir heute jemand gesagt hat, dass er einfach strdupa mit strdup #defined, dachte ich mir, suche ich lieber mal fix nach einer leak-freien Lösung.
#define strdupa(x) (char*)strcpy((char*)alloca(strlen((const char*)x)+1),(const char*)x)
Es benötigt natürlich die entsprechenden Header, lt. Dragonfly BSD sind das stdlib.h und string.h
Lizenz: ISC/MIT/X11/libpng, Copyright (C) 2009 Patrick Georgi <patrick.georgi@coresystems.de>
Dec 25: Immer dieser Kulturkampf..
"Sie dürfen von mir aus gern glauben, woran Sie wollen. Das Problem fängt dort an, wo die Gebote einer Glaubensgemeinschaft der sie umgebenden Gesellschaft aufoktroyiert werden sollen" (Kommentar zum Artikel)
Kommentare dieser Art lese ich oft in der letzten Zeit (in verschiedenem Kontext. Sei es dieser unsägliche bpb-Artikel, samt der viel unsäglicheren Reaktionen, oder anderswo). Klingt auch gut, soweit. Soll halt jeder machen, wie er es für richtig hält. Außer, es wird (meist im Nachhinein) für falsch erachtet. Zum Beispiel der (freundlich ausgedrückt) viel zu leise Protest der Kirchen in Deutschland gegen Hitler in den 1930ern und '40ern. Man habe ja Gebote, warum hat man nicht entsprechend reagiert?
Also, wenn der nächste Hitler vorbeikommt, halte ich mich dann wohl besser an Ratschläge wie den oben - und behalte "meine" Gebote für mich? Falls nein: Wo genau ist die Grenze zu ziehen, zwischen der freien Lebensgestaltung, die ich gefälligst in Ruhe zu lassen habe (beliebige Debatte bitte hier einfügen) und dem Verbrechen, dass es zu bekämpfen gilt (etwa Diktatur mit Krieg und Genozid)?
Bei derart schwerwiegenden Fragen nur noch eins zum Abschluss: Frohes Christfest!
Dec 8: Perl 6 == Forth?
“The idea with Perl 6 is you start with a standard language and you can mutate it. As long as you follow that refinement process there isn't the problem of ambiguity. There is the problem of multiple dialects, but that will always be a problem.”
(Larry Wall in der Computerworld Australia)
Klingt wie Forth (oder Rebol)...
Nov 4: Wenn Solaris 10u6 (10/08) nicht booted...
Ich bin gerade dabei, meinen Server neu zu installieren (auf dem unter anderem dieses Blog läuft). Das ganze geschieht auf einer zweiten Festplatte, die dann, sobald alles übertragen ist, die aktuelle Systemfestplatte ersetzt. Die aktuelle Festplatte wird dann die Backup/Mirror-Platte.
Dabei bin ich auf ein Problem gestoßen: Die brandneue Solaris 10u6 DVD booted nicht in meinem Installationssystem. Auf dem Laptop und in Virtual PC komme ich problemlos zum GRUB-Menü, aber auf diesem System bekomme ich lediglich den freundlichen Hinweis, dass das Medium nicht bootfähig sei.
Das Problem gab es schon einige Male mit OpenSolaris, und es liegt daran, dass der Eltorito-Standard, der bootfähige CDs auf x86 beschreibt, unterschiedlich implementiert wird. Wenn der Bootblock eine bestimmte Grenze auf dem Medium überschreitet, kommen manche BIOSse nicht mehr mit - zum Beispiel das in meinem Installationssystem.
Meine Lösung sah wie folgt aus:
- Alte Solaris DVD booten (im Prinzip tuts jede Boot-CD auf GRUB-Basis, die ihren Bootblock am richtigen Fleck hat)
- Im GRUB-Menü abbrechen und zur Shell gehen (<Esc>)
- Solaris 10u6 DVD einlegen
- configfile (cd)/boot/grub/menu.lst eingeben
- Booten
Sep 13: Google hat keinen Überblick über ihre Benutzerdatenbank
Ich habe mal mit Google Tools rumgespielt (zB Analytics, Mail, AdSense und wie sie alle heißen). Irgendwann hab ich damit wieder aufgehört, und auch meinen Account gelöscht. Als Reaktion bekam ich eine Mail, dass es noch eine Weile dauern könnte, bis das überall umgesetzt ist, das Konto war aber bereits gesperrt.
Das hatte Google seinerzeit (vor ca. einem halben Jahr?) nicht daran gehindert, mich fleißig weiter zu iGoogle zu schicken von deren Startseite aus, wobei ich nichts mehr einstellen konnte - das Profil wurde lediglich weiter mit Suchbegriffen betankt.
Gestern bekam ich eine Mail, in der mir, als "Google Analytics-Nutzer" ein 100EUR Startguthaben bei AdWords mittels eines Gutscheincodes angeboten wird. Da dachte ich mir, versuch ich doch nochmal, mich einzuloggen, anscheinend hat die Löschung ja nicht geklappt.
Irgendwann stieß ich auf die Account-Hilfe, insbesondere "Ich bin nicht sicher, ob ich ein Google-Konto habe", von wo ich zur "Passworthilfe" weitergeschickt wurde. Die bestätigt mir, dass die Email-Adresse mit keinem Konto verknüpft ist.
Bin ich jetzt Nutzer? Oder nicht? Ist Google vom Webspammer zum Mailspammer mutiert? Fragen über Fragen.
Aug 30: Die CDU möchte die SPD regieren
Nach Ansicht von CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla liefert sich die SPD damit auf Gedeih und Verderb der Linkspartei aus. «Bundesweit, Ost wie West, brechen bei der SPD die Dämme. Und die SPD-Führung in Berlin schaut zu», sagte Pofalla in Berlin.(Quelle: Netzeitung)
Hmm.. Seit wann hat ein CDU-Generalsekretär etwas zur SPD zu sagen? Als nächstes wollen die Bayern Berlin vorschreiben, wie man das Land regiert?